Auf einem ROM-Baustein (Read OnIy Memory) der sich auf dem Motherboard befindet, liegt ein zentraler Bestandteil des PC : das BIOS (Basic Input Output System).
Es stellt die standardisierte Schnittstelle zur Kommunikation zwischen den einzelnen Elementen des Rechners dar und sorgt so für das Zusammenspiel zwischen Betriebssystem und Hardware. Ohne die Dienste des BIOS ist keine Inbetriebnahme des Rechners denkbar. Dabei ist ein wesentlicher Gedanke die standardisierte Schnittstelle zu den unterschiedlichen Komponenten. Dadurch muss der Programmierer nicht für jedes herstellerspezifische Bauteil individuelle Anpassung vornehmen, sondern greift beispielsweise nur auf die Schnittstelle der Funktionen für die Festplatte zu, unabhängig von welchem Hersteller der jeweilige Datenträger stammt.
Bei den gängigen PC-Systemen herrschen BIOS-Versionen unterschiedlichster Hersteller vor. Die bekanntesten Vertreter stammen von den Firmen AMI, Award und Phoenix. Trotz weniger Anbieter existieren eine Vielzahl von unterschiedlichen Varianten, die je nach Anpassung der betreffenden Hardware völlig unterschiedliche Ausprägungen besitzen. Somit werden Sie einzelne Optionen nicht bei allen Varianten wiederfinden. Jeder Platinen-Hersteller passt sein BIOS individuell an das eigene Board an. Zudem existieren in den meisten Fällen noch zusätzlich mehrere Versionen eines bestimmten BIOS-Typs.
Bei älteren Rechnern ist oftmals ein spezielles BIOS-Setup-Programm notwendig. Leider ist nur bei wenigen Herstellern die Möglichkeit vorhanden, ein neues Update des jeweiligen BIOS einzuspielen. Dazu müssen Sie bei einem herkömmlichen BIOS den kompletten ROM-Baustein auswechseln. Nicht immer ist diese Vorgehensweise von Erfolg gekrönt, da jeder Board-Hersteller das jeweilige BIOS direkt an die vorliegende Hardware anpasst. Eine Ausnahme bildet das sogenannte „Flash-BIOS“. Hierbei können Sie die aktuelle BIOS-Version einfach per Software einspielen. Bevor Sie umfangreiche Änderungen in den einzelnen Menüs vornehmen, sichern Sie sich auf jeden Fall den Ausgangszustand. Die Einstellungen gliedern sich dabei in mehrere Bereiche auf, die es zu erforschen gilt.
Beim Erwerb eines Rechners liegt nur eine Standardeinstellung vor, die zwar den Rechner am Laufen hält, doch eine perfekte Leistungsausnutzung ist nicht möglich. Bei allen bekannten Ausführungen untergliedern sich die angebotenen Funktionen in mehrere Ebenen. Die Eingaben für Festplatten, Diskettenlaufwerk(e) sowie weitere Standardangaben finden Sie im Standard-Setup (Standard CMOS Setup: Award; System: Phoenix; Main: AMI). Im erweiterten Modus (Advanced CMOS Setup: Award; Advanced: Phoenix; BIOS Features Setup: AMI) bestimmen Sie, wie Sie Ihren Rechner grundsätzlich konfigurieren. Im dritten Bereich (Chipset Features Setup: Award; Advanced System Setup: Phoenix; Advanced Chipset Setup: AMI) greifen Sie tief in das Rechnersystem ein. Um überhaupt an die einzelnen Bereiche des Setups zu gelangen, sind dabei während des Hochfahrens bestimmte Tasten notwendig, die sich allerdings je nach Hersteller und Version unterscheiden.
Eine besondere Unterstützung beim BIOS stellt der Selbsttest dar. Fast alle Hersteller bieten hierzu spezielle Routinen, um schwerwiegende Fehler anzuzeigen. Da diese Probleme meist noch vor dem Initialisieren der Grafikkarte getestet werden müssen, ist eine Fehleranzeige lediglich über den Lautsprecher möglich. Vielmehr macht sich dann Ihr Rechner über den internen Lautsprecher bemerkbar. Leider konnten sich die unterschiedlichen Hersteller nicht auf einen einheitlichen Standard einigen. Es existieren eine ganze Reihe von Gründen, warum separate Einstellungen im BIOS notwendig werden. So kann beispielsweise eine neue Komponente in Ihrem Rechner der Grund sein. Natürlich müssen Sie auch auf eine auftretende Fehlermeldung reagieren. Wer die Konfiguration seines Rechners an die eigene Vorlieben anpassen will, findet sicherlich auch hier den richtigen Parameter. Zudem lässt sich über bestimmte Parameter die Leistungsfähigkeit des Computers deutlich steigern.
Um nur einige zu nennen:
Einige Erweiterungskarten verfügen über einen eigenen ROM-Speicher. Fast jedes aktuelle BIOS ist in der Lage, die langsamen ROM-Inhalte in den schnellen Arbeitsspeicher zu verlagern. Dies trifft besonders bei Grafikkarten zu. Allerdings umgeht auch Windows diese Funktionalität, da es hier einen direkten Zugriff auf die Hardware gibt. Wesentlich effektiver sind die Einstellungen zum internen und externen Cache-Speicher des Prozessors. Falls Sie über einen entsprechenden Speicher auf Ihrem Rechner verfügen, sollten Sie unbedingt diese Funktionen einschalten. Sie erreichen so einen sehr großen Zuwachs an Geschwindigkeit. Dies gilt auch bei 32-Bit-Zugriffen auf IDE-Festplatten.
Wer vor Ungeduld das Hochfahren des Rechners kaum erwarten kann oder einfach nur schnell ein bereites System benötigt, findet ebenfalls bei den BIOS-Einstellungen entsprechende Parameter. So bewirkt das Abschalten des Systemtests, das Beschränken des Speichertests auf 1 MB und das direkte Zugreifen auf die Festplatte C einen deutlichen Geschwindigkeitszuwachs beim Booten des Rechners. Wer viel mit SCSI-Geräten arbeitet, dem bietet das BIOS der Firma AWARD die Zugriffs-Begrenzung auf bestimmte Adressen an.
Wer noch etwas mehr aus seinem PC kitzeln möchte, erreicht dies durch ein vorsichtiges Feintuning bei den zuständigen Parametern von Chipsätzen und des System-Busses. Normalerweise ist zwar die Einstellung bereits vom Hersteller des Boards vernünftig vorgenommen worden, jedoch lässt sich durch kleinere Änderungen noch etwas mehr Leistung aus dem Rechner holen. Allerdings geht dies vereinzelt auf Kosten der Betriebssicherheit. Jeder Rechner mit unterschiedlichen Erweiterungen reagiert anders.
Dies nur ein kleiner Einblick in die Möglichkeiten des BIOS. Weitergehende Inhalte erfordern ein größeres Maß an Ausarbeitung.