Was ist eigentlich Geld?

Es gibt keine wirklich eindeutige Definition von Geld, denn Geld erfüllt mehrere Funktionen, ohne von einer bestimmten Form oder Material abhängig zu sein. Deshalb definiert man Geld nach den Funktionen. Also ist Geld alles was Geldfunktionen ausübt.
Aber was sind die Geldfunktionen?
Geld ist Tausch- und Zahlungsmittel, Wertaufbewahrungsmittel und Recheneinheit.
Wenn diese Funktionen gleichzeitig erfüllt sind, spricht man von Geld; sind nur einige Funktionen erfüllt (z.B. Schecks oder Kreditkarten) spricht man von Quasigeld.
Zusätzlich muss der Gegenstand der als Geld benutz wird folgende Grundvoraussetzungen haben: Absatzfähigkeit (er muss für den Empfänger von Wert sein), Massengewohnheit der Annahme (Empfänger muss davon ausgehen können, dass der Gegenstand auch für Andere einen Wert hat) und die Umlauffähigkeit (er muss ohne Wertminderung weitergegeben werden können).
Es gehört nicht zu den grundlegenden Eigenschaften des Geldes auch gesetzliches Zahlungsmittel zu sein.

Geld lässt sich in zwei Arten unterteilen. Zum einen das Bargeld (Münzen und Banknoten) und das Buchgeld (Sichtguthaben bei Banken, über das der Inhaber sofort verfügen kann)

Geld ist für die gesamte Wirtschaft von enormer Bedeutung. Denn das Geld zerlegt den Tausch in zwei Prozesse (1. Tausch der Ware A gegen Geld; 2. Tausch des Geldes gegen Ware B). Dadurch kann der Zeit- und Informationsaufwand, der nötig wäre um einen geeigneten Tauschpartner zu finden, stark verkürzt werden. Dadurch wiederum wird eine ausgebaute Arbeitsteilung erst möglich, die mit Spezialisierung zu einer hohen Produktivität führt und damit zu Wohlstand.

 

Kredite und Vermögensbildung

Motive für das Aufnehmen eines Kredites ist die Sicherung der Zahlungsfähigkeit, die Finanzierung von Investitionen und die Finanzierung von Konsum. Die Bereitschaft zur Aufnahme werden beeinflusst von dem Einkommen, die Preiserwartungen, das Zinsniveau und die Konjunkturlage.

Motive für die Vergabe von Krediten ist die Erzielung von Zinserträgen. Diese werden beeinflusst durch die Ertragslage, die Liquiditätslage, dem Ausfallrisiko, dem Kursrisiko, dem Zinsniveau und der Konjunkturlage.

Gründe für die Vermögensbildung ist die Sicherung der Zahlungsbereitschaft, sich ein Sicherheitspolster zu schaffen, die Eigenfinanzierung einer Investition oder Konsums oder die Altersvorsorge. Die Einflussfaktoren sind das Einkommen, Preiserwartungen, Zinsniveau, Konjunkturlage, Steuerliche Gesichtspunkte, politische Stabilität.

 

Die Inflation

Inflation hat verschiedene Erscheinungsformen. Es gibt die Offene Inflation (die Verschlechterung des Geldwertes ist für jedermann erkennbar, wie Preissteigerungen), die Versteckte Inflation (Verbesserung/Verschlechterung der Qualität bei gleichbleibenden Preis), die Zurückgestaute Inflation (administratorische Maßnahmen gegen die freie Preisbildung durch Preisstopp, Höchstpreise, Subventionen. Bei Zurücknahme dieser Maßnahmen löst sich der Preisstau auf und die Inflation erfolgt schlagartig), die Schleichende Inflation (regelmäßige Verschlechterung des Geldwertes ohne dessen Funktionalität zu beeinträchtigen) und die Galoppierende Inflation (beschleunigte Selbstverstärkung der Geldentwertung. Die Geldfunktionen können nicht mehr uneingeschränkt ausgeübt werden).

 

Ursachen der Inflation
 

Ursachen für den Preisanstieg:
- Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage- bzw. Angebotsverhältnisse => ANGEBOT UND NACHFRAGE REGULIEREN DEN PREIS
- Monopole erhöhen den Preis ihrer Produkte
- Kostenanstieg der hergestellten Produkte

Wenn ein Kostenanstieg nicht von der Ausweitung der finanziellen Mittel (Geldversorgung) begleitet wird, steigen die Zinsen, die dadurch die Nachfrage senken und damit dem inflatorischen Prozeß entgegenwirken.
- Inflation kann nur entstehen, wenn sie auch finanziert wird.

Also entsteht Inflation wenn die Geldmenge schneller wächst als das Potenzial einer Volkswirtschaft.
Alle großen Inflationen wurden durch eine Überversorgung der Volkswirtschaften durch Geld ausgelöst.

 

Importierte Inflation

Durch Preissteigerungen im Ausland steigen die Forderungen nach vergleichbaren Produkten des Inlandes, was eine Lohnsteigerung und dadurch ein verändertes Angebot- Nachfrage- Verhältnis mit sich führt.

Durch Preissteigerung von Produkten im Ausland, die nicht durch heimische Produkte ersetzt werden können (z.B. Öl) wird das Preisniveau im Inland erhöht.
(Angebotsinflation)

Durch den Erwerb von Banken an ausländischer Währungen kommt es zu einer Erhöhung der Geldmenge im Inland.


 

Wechselkurs

Man unterscheidet zwischen Devisenkurs und Wechselkurs. Der Devisenkurs gibt den Wert einer festgelegten Einheit einer Währung in der inländischen Währung, der Wechselkurs den Wert der inländischen Wert in einer ausländischen.
In Ländern in denen es keine Devisenbewirtschaftung gibt bilden sich die beiden Kurse nach dem Angebot und Nachfrage Modell.
In vielen Entwicklungsländern gibt es keinen, oder nur beschränkten Handel von Währungen. Häufig wird dabei auf den Verwendungszweck geachtet. Dann gibt es verschiedene Devisenkurs.
Voraussetzung für einen Devisenmarkts ist, dass fremde Währungen frei gegen die eigene Währung getauscht werden kann.

Einflussfaktoren für die Wechselkurse:
- Preise (Vergleich der Kaufkraft)
- Konjunktur
- Zinsen (bessere Zinsverhältnisse verändern die Nachfrage)
- Standortfaktoren (Urlaubsländer/Stabilitätsorientierung der Nationalbank/Fluchtwährung)
- Erwartungen der Marktteilnehmer

Konsequenzen von Wechselkursschwankungen:
Erhöhung des Außenwerts einer Währung:
- Verteuerung heimischer Exportwaren
- Verbilligung ausländischer Importwaren


 

Der EURO kommt !

 

Die Einführung des EURO - Der Zeitplan

 

Termin

 

Ereignis

September 2001

 

Veröffentlichung der Bargeld-Sicherheitsmerkmale

17.12.2001

 

Ausgabe der Münzhaushaltsmischungen

01.01.2002 

 

Einführung der EURO- Banknoten und Münzen  

01.01.2002

 

Endgültige Umstellung aller Konten auf EURO 

Januar 2002

 

Voraussichtliche Umstellung der öffentlichen Verwaltung auf den EURO 

Januar/Februar 2002

 

Ab dem 01.01.2002 beginnt die zweimonatige Phase, in der die        Währung

EURO und die Währungseinheit DM parallel umlaufen.

Alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel wird nur der EURO sein.

Durch die modifizierte Stichtagsregelung, mit der sich die Wirtschaft

verpflichtet hat, bis zum 28.02.2002 weiterhin DM-Bargeld zu

Zahlungszwecken anzunehmen, soll ein fließender Übergang zum

EURO- Bargeld erreicht werden. Der Handel wird selbst nur noch

EURO als Wechselgeld herausgeben. Ab dem 01.01.2002 werden

Kreditinstitute nur noch in Ausnahmefällen auf DM lautende

Banknoten und Münzen ab der Stückelung 0,10 DM und höher

ausgeben.

spätestens ab

01.07.2002

 

D-Mark ist kein gesetzliches Zahlungsmittel mehr
 

 

Vorteile für Wirtschaft und Verbraucher
 

1. Größere Übersicht und bessere Vergleichbarkeit über das Güter- und Dienstleistungs-Angebot auf den europäischen Märkten und damit verstärkter Wettbewerb zum Nutzen der Verbraucher
2. Wegfall der Kosten des Devisenumtauschs im Handel zwischen Unternehmen aus den Teilnehmerländern und für Verbraucher, die Waren- und Dienstleistungen aus europäischen Partnerländern konsumieren
Vertiefung des Binnenmarktes


- Wechselkursschwankungen zwischen Teilnehmerstaaten beendet;
- niedrige Inflation;        - niedrige Zinsen;
- weniger Unsicherheiten für Investitionsentscheidungen;

- Verringerung konjunkturellen und sonstigen Wachstumsstörungen infolge von           

  Kursschwankungen der europäischen Währungen
- Stärkung des Finanzplatzes Europa im globalen Wettbewerb durch die Schaffung

  eines Marktes mit deutlich größerem Transaktionsvolumen und Angebot
- Entstehung eines Euro-Kapitalmarkts schon 1999
- Zugang zu Darlehen oder Anleihen in der gleichen Währung auf einen breiteren 

   und liquideren Markt unter ähnlich transparenten und gleichen.

- Zugangsbedingungen sowie zu ähnlichen Kosten, wie  heute beim US-Dollar

- Wichtiger Beitrag zur Stabilisierung der globalen Wirtschafts- u. Währungsbeziehungen
- Vertiefung der politischen Integration in Europa
- Euro ist materielles und konkretes Zeichen, das gemeinsame Identität zu Bewusstsein bringt
Festgesetzter Umrechnungskurs:  1 EURO = 1,95583 DM

 

 

 

 

Die Abbildungen symbolisieren das architektonische Erbe Europas. Es werden jedoch keine Denkmäler in bestimmten Ländern abgebildet. Die Vorderseite jeder Banknote zeigt Fenster und Portale als Symbol der Offenheit und Zusammenarbeit in der EU. Die Rückseite zeigt jeweils eine Brücke aus einer bestimmten Epoche als Symbol der Verbindung zwischen den Völkern Europas und zwischen Europa und dem Rest der Welt. Alle Banknoten werden mit modernsten Sicherheitsmerkmalen ausgestattet.

 

             

 

 

Die Euro-Münzen haben eine gemeinsame europäische Seite, die Rückseite ist von den einzelnen Mitgliedsstaaten gestaltet. Jede Münze kann in jedem Staat der Euro-Zone verwendet werden. Die gemeinsame Bildseite stellt die Karte der Europäischen Union dar, vor dem Hintergrund transversaler Linien, an denen die Sterne der europäischen Flagge hängen. Die Abbildungen auf den 1, 2 und 5 Cent- Münzen symbolisieren die Stellung Europas in der Welt, die 10, 20 und 50 Cent- Münzen die Union als Bund von Nationen. Die 1 und 2 Euro-Münzen stellen Europa ohne Grenzen dar. Im folgenden ist immer die Vorderseite sowie die Rückseite der Bundesrepublik Deutschland und eines weiteren Landes abgebildet.

 

Rheinberg, im Dezember 2000

 

(download)

www.sanjoc.de