Konjunktur und Konjunkturverlauf

Da Nachfrage, Angebot, Preise und Einkommen, Importe und Exporte über längere Zeit nicht gleich bleiben, ist auch eine konstante Entwicklung der Gesamtwirtschaft nicht möglich. Es kommt zu einem Wachsen der Wirtschaft (=>des BIP), zu einer Stagnation oder zu einem Minuswachstum.

Als Bruttoinlandsprodukt bezeichnet man den Gesamtwert aller, innerhalb eines Jahres in einem Land, produzierter Güter und Leistungen abzüglich der Abschreibungen. Es wird gewöhnlich in festen Preisen ausgedrückt, um die Wirkung der Inflation auszugleichen. Das BIP ist ein wichtiges Kriterium für die Bewertung der wirtschaftlichen Aktivität in einem Land.

 

Das auf und ab der Wirtschaft wird als Konjunkturverlauf oder Konjunkturzyklus bezeichnet. Dieser zerfällt in vier Bereiche:

Konjunkturaufschwung

Hochkonjunktur

Rezession (Abschwung)

Depression

Gemessen wird das Auf und Ab anhand der prozentuellen Veränderung des BIP gegenüber dem Vorjahr, also das Wirtschaftswachstum.

Durch den Konjunkturzyklus kann man saisonale Schwankungen der Wirtschaft beobachten, vergleicht man ihn aber über einen längeren Zeitraum, erkennt man einen Trend. (siehe Abbildung 1)

Abb.1 Diagramm Wirtschaftswachstum (Prognose für 2000)(Bild ist beim download vorhanden)

Früher beschränkte sich der Staat darauf, seinen Bürgern nach außen und nach innen Sicherheit zu geben und den Staat zu verwalten. Die moderne Wirtschaftspolitik versucht heute den Konjunkturverlauf zu beeinflussen und soziale Sicherheit zu schaffen. Wirtschaftspolitik und Sozialpolitik sind dabei nur schwer zu trennen.

Grundsätzlich lassen sich zwei Arten der Wirtschaftspolitik unterscheiden, die jedoch beide das selbe Ziel verfolgen: die Belebung der Konjunktur

angebotsorientierte Wirtschaftspolitik: Die Wirtschaft wird angekurbelt, indem die Anbieter ihr Angebot vergrößern und verbilligen können.

nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik: Man versucht durch verschiedene Methoden mehr Nachfrage zu schaffen, indem Konsumenten und Investoren mit mehr Kaufkraft ausgestattet werden.

 

Es gibt wirtschaftspolitische Maßnahmen, welche die Konjunktur fördern, und solche, die sie bremsen. Man spricht von einer antizyklischen Wirtschaftspolitik, wenn eine starke Hochkonjunktur bewußt abgeschwächt wird, oder die Depression der Wirtschaft bewußt belebt wird. Die Wirtschaftspolitik reagiert dabei antizyklisch (siehe Abbildung 2) zum Konjunkturverlauf.

Der Keyneianismus, benannt nach J.M. Keynes, meint daß der Staat eben

antizyklisch in das Wirtschaftsgeschehen eingreift und dabei eine höhere

Staatsverschuldung riskiert.

Abb. 2 Diagramm Konjunktursteuerung nach Keyne(Bild ist beim download vorhanden)

 

Alle Menschen haben gegenüber der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung bestimmte Erwartungen. Der Staat erwartet, z.B. durch Steuern, Einnahmen in bestimmter Höhe, die Arbeiter erwarten reelle Zuwächse bei Löhnen und Gehältern, Unternehmer wünschen sich mehr Aufträge. Ziel der Wirtschafts- und der Budgetpolitik ist es diese Forderungen unter einen Hut zu bringen.

Die verschiedenen volkswirtschaftlichen Ziele können in einem magischen

Viereck (siehe Abbildung 3) dargestellt werden. Die Magie besteht darin, diese

Ziele möglichst gleichzeitig anzustreben. Denn wird nur ein Ziel angestrebt, können

andere Ziele dabei leicht verfehlt werden, was sich fatal auswirken kann. Es

entstehen Zielkonflikte. Die Wirtschaftspolitik eines Staates soll mithelfen, ein

Gleichgewicht herzustellen. Dabei muß auch erwähnt werden, daß jede

wirtschaftspolitische Maßnahme nicht nur Auswirkungen auf den betreffenden

Bereich hat, sondern auch viele andere Sektoren beeinflußt .

Abb. 3 " Stabilitätsgesetz " / Magisches Viereck (Bild ist beim download vorhanden)

Joachim Looks

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